Archiv für Dezember, 2003

Arezzo

” Der Nachmittag gehört Arezzo.

Wir beginnen unseren etwa dreistündigen Spaziergang mit dem Besuch der Kirche San Francesco und bewundern dort den Freskenzyklus zur Kreuzeslegende von Piero della Francesca, der von 1420-1492 entstand. Die Erklärungen zu den Darstellungen liefert uns der “Baedecker Reiseführer Toskana”, dessen kleiner Stadtplan uns vorbei am Palazzo Communale zum Dom führt.

Auch hier gibt es Sehenswertes: u.a. schöne Glasgemälde, zwei Terrakotten (wie schon in La Verna) aus der Werkstatt Andrea della Robbia und eine kleine einbalsamierte Persönlichkeit Arezzos, die im glasbedeckelten Sarg die Kinder erschaudern lässt. Wir durchqueren den Passeggio del Prato, einen Park, der ein gutes Panorama über das Tal anbietet, steigen einige Stufen hinab und finden uns auf dem Piazza Grande wieder, der fast quadratisch, an einer Ecke abfallend, von Palazzos, einer Kirche und den Loggien Vasaris eingerahmt wird. Ein reizvoller Platz sicherlich, farbenfroh geschmückt mit den Schildern der Teilnehmer am Giostra del Saracino uns lädt er aber nicht zum längeren Verweilen ein. Vielleicht liegt es daran, dass nicht Restaurants und Cafés sondern vielmehr dunkle Antiquitätengeschäfte den Platz bestimmen.

Am ersten Wochenende eines Monats gesellen sich dann noch die Trödler, pardon Fachhändler hinzu und machen die Stadt, vom Piazza Grande ausgehend zu einem großen Markt für vermeintlich Altes und Historisches. Verzeiht mir meine Ironie über dieses Ereignis als jemand der die IKEA-Kataloge der letzten fünfzehn Jahre auswendig kennt, bin ich sicherlich nicht der patente Kenner der Kunst- und Antiquitätenszene. Dennoch denke ich, dass hier nicht alles Gold sein kann, was glänzt… Gold und weiteres Schmückende finden wir dann in der Corso Italia. Und endlich eine Diele mit hausgemachtem Eis. Die drei Sorten kosten wieder einen Euro dreißig, für Kinder sind die Portionen schon fast zu groß. Warum wir dann das Amphitheater links liegen gelassen haben, weiß ich auch nicht so genau… da wir aber bestimmt wieder kommen werden, ist das nicht so dramatisch… das Zeugnis römischer Geschichte wird auch in einigen Jahren noch zu besichtigen sein.

Weine aus Arezzo werden in der Literatur kaum erwähnt. Eine Ausnahme bildet das Gut Villa Cilnia. Abends trinken wir einen 99er Chianti Colli Aretini sowie eine 98er Riserva. Gutes Preis-Leistungsverhältnis (5,47 € bzw.8,57 €).” aus: Reisetagebuch 2002 (Olaf)

Eine weitere Betrachtung der Stadt

“Diese Stadt hat auf den ersten Blick nicht viel attraktives. Wir parken nahe des römischen Amphitheaters, dass wegen der “späten” Stunde (19 Uhr) bereits geschlossen ist. So drücken wir das Gesicht an die Gitterstäbe und können nur die Außenmauer eines sehr verfallenen Gemäuers erkennen. Also Richtung Innenstadt. Auf der Hauptstraße der Fußgängerzone schlendern wir Richtung Piazza Italia. Durch eine Seitengasse erreichen wir den Hauptplatz – den Piazza Grande, der sich ganz anders als auf den Bildern des Reiseführers darstellt. Tribünen sind aufgebaut und auf der Mitte des Platzes gibt eines einen Weg aus Sand. Wir setzen uns auf eine der Tribünen und lassen die mit Wappen geschmückten Häuser auf uns wirken. Einem Prospekt, der herumliegt entnehmen wir, dass hier gestern die Giostra del Saracino (Ritterspiele) stattgefunden haben.

Die einzelnen Stadtteile werden durch Reiter vertreten, die in historischen Gewändern und bewaffnet mit einer Lanze versuchen eine Holzpuppe zu treffen. Muss ein tolles Schauspiel sein und findet wohl zweimal im Jahr statt, Ende Juni und Anfang September. Erst jetzt bemerken wir, daß die ganze Stadt gemäß ihres Stadtteiles geflaggt hat. So kann man genau die Grenzen zwischen den Stadtteilen erkennen.

Da das Thermometer an einer Bank immer noch 39 °C (gegen 20:00 Uhr) anzeigt, beschließen wir dann doch zurückzufahren und fahren dazu auf die Autobahn. Auf diesem Wege wird man dann aber durch die wirklich unattraktivsten Außenbezirke einer Stadt geführt.”

Reisetagebuch 2002 (Katharina)

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Automobilsport

Natürlich sind die Toskanababies Fans des Automobilsportes.

Die Übertragungen der Formel 1 im Fernsehen gehören zu den Pflichtveranstaltungen in unserem Urlaub. 

Am schönsten ist es nach dem sonntäglichen Mittagessen in einer Bar oder Restaurant gemeinsam mit den Ferraristis zu feiern. (In früheren Jahren war es für mich immer sehr angenehm, weil die Farbe silber vor rot war…).

Echte Ferraristis pilgern natürlich zur Teststrecke nach Mugello.

Für Oldtimerfans ist im Mai die (aktive) Teilnahme an der MILLE MIGLIA ein wichtiges Erlebnis. Der Streckenverlauf führt auch durch die Toskana.

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Toskanische Riviera

Ein nahezu weißer Fleck auf unserer Toskanakarte. Die Naturschutzorganisation Legambiente bewertet jedes Jahr zusammen mit dem italienischen Automobilclub die Strände Italiens und ordnet sie in dem Buch “La Guida Blu”.

Drei Segel” erhielten die Orte: Marciana Marina (LI), Marciana (LI), Capoliveri (LI), Castagneto Carducci (LI), Portoferraio (LI) und Porto Azzurro (LI) “Zwei Segel” erhielten die Orte: Rio Marina (LI), Pietrasanta (LU), Cecina (LI), Viareggio (LU) Forte dei Marmi (LU) und Tirrenia (PI) Leider nur “ein Segel”: Marina di Pisa (PI) und San Vincenzo (LI) Anzumerken ist, dass leider viele Orte 2003 eine geringere Punktzahl haben als im Vorjahr.

Hoffen wir, dass bis zur Saison 2004 alle Küstenstädte in der Toskana ihre Anstrengungen verstärken, einen urlaubswerteren Ort zu schaffen.

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